Augenoptikmeister und Optometrist René Hoffmann hält seinen Vortrag.

Freitag, 11.09.2026 - 13:46

Pressemitteilung der Stadt Rathenow vom 10.9.2026

„Hightech für den Durchblick – Schlüsseltechnologien in der Augenoptik“ – unter diesem Motto fand am 2. September 2026 im Kulturzentrum Rathenow die Fachtagung anlässlich des Jubiläums „225 Jahre optische Industrie in Rathenow“ statt. Die Stadt Rathenow organisierte die Veranstaltung gemeinsam mit der Technischen Hochschule Brandenburg und der Wirtschaftsförderung Land Brandenburg GmbH (WFBB). Rund 110 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Wirtschaft, Wissenschaft, Forschung und Praxis folgten der Einladung.

Das Programm präsentierte namhafte Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft und Wirtschaft, die aktuelle Entwicklungen und Zukunftsperspektiven in der Augenoptik vorstellten. Im Mittelpunkt standen Künstliche Intelligenz (KI), digitale Anwendungen, innovative Fertigungs- und Analyseverfahren sowie Quantentechnologien. Dabei wurde deutlich, wie eng die Entwicklung der Augenoptik seit ihren Anfängen mit technologischem Fortschritt verbunden ist – von den ersten Läppmaschinen bis zur heutigen Freiform- und Blockless-Fertigung.

Martina Klement, Ministerin für Wirtschaft, Energie, Klimaschutz und Europa des Landes Brandenburg, richtete ein Grußwort an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer und hob insbesondere die praxisnahe Forschung im Bereich der Augenoptik in Brandenburg hervor. Anschließend begrüßten Bürgermeister Jörg Zietemann und Michael Koch, Beigeordneter des Landkreises Havelland, die Gäste. Zietemann stellte die Verbindung zwischen der 225-jährigen Optiktradition und den aktuellen technologischen Entwicklungen heraus. Die Vielschleifmaschine von Johann Heinrich August Duncker aus dem Jahr 1801 stehe beispielhaft für den Pioniergeist, der den Optikstandort Rathenow bis heute prägt.

Prof. Dr. Justus Eichstädt von der Technischen Hochschule Brandenburg spannte in seinem Fachbeitrag den Bogen zwischen den historischen und zukünftigen Schlüsseltechnologien der Augenoptik. Ein Schwerpunkt lag auf dem Einsatz von digitalen Technologien. Neben der Automatisierung von Prozessen wurden Möglichkeiten zur Prüfung von Datenqualität, zur Erkennung von Anomalien und zur Entscheidungsunterstützung vorgestellt. Zugleich wurde in der Präsentation von Augenoptikmeister und Optometrist René Hoffmann deutlich, dass KI-Fachwissen, hochwertige Daten und vor allem Menschen braucht, die ihre Ergebnisse einordnen können. Daniel Saßmannshausen von der Carl ZEISS Meditec AG gab Einblicke in den Einsatz von KI für Präzision, Geschwindigkeit, Zuverlässigkeit und Entscheidungsunterstützung.

Inessa Kuhnert und Michael Vaichenker vom Potsdamer KI-Startup XAIEN GmbH stellten in ihrem Vortrag ihre KI-basierte Echtzeitnavigation vor und berichteten über ihre Kooperation mit dem Rathenower Unternehmen Ophthalmica Brillengläser GmbH.

Weitere Beiträge widmeten sich dem Potential von Quantencomputern wie das Design von optimierten Linsen sowie neuen Forschungsansätzen mit dem von DESY geplanten Röntgenmikroskop Petra IV.

Umrahmt wurde die Fachtagung von einer Begleitausstellung mit 27 Unternehmen und Institutionen. Die Aussteller präsentierten ihre Technologien, Produkte und Projekte und gaben den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Möglichkeit, sich über aktuelle Entwicklungen der Branche zu informieren. Ergänzend zu den fachlichen Impulsen der Konferenz bot die Ausstellung Raum für den persönlichen Austausch und die Vernetzung.

Die Fachtagung zeigte, wie vielfältig die Zukunft der Augenoptik gedacht werden kann – von digitalen Augen und Predictive Health über vernetzte Versorgung bis hin zu individuell optimierten Optikdesigns sowie adaptiven und smarten Brillen. Auch langfristige Perspektiven wie neue Möglichkeiten der Material- und Qualitätsanalyse durch Forschungsinfrastrukturen wurden thematisiert. Die Veranstalter wollen auch künftig den Austausch zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Praxis aktiv unterstützen.