Hightech Spaces: Neue Chancen für starke Innovationsökosysteme
Mit der Initiative Hightech Spaces startet die Bundesregierung im Rahmen der Hightech Agenda Deutschland eine neue, technologieübergreifende Förderinitiative. Ziel ist es, leistungsfähige regionale Innovationsökosysteme zu international sichtbaren Standorten für Zukunftstechnologien weiterzuentwickeln und damit Wettbewerbsfähigkeit, Wertschöpfung und technologische Souveränität Deutschlands zu stärken.
Im Mittelpunkt stehen dabei nicht einzelne Technologien oder isolierte Forschungsprojekte. Vielmehr sollen Wirtschaft, Wissenschaft und öffentliche Hand in regionalen Public Private Partnerships (PPP) gemeinsame Innovationsstrategien umsetzen. Gefördert werden sichtbare Leuchtturmvorhaben ebenso wie strategische Infrastrukturen, Demonstratoren und Reallabore. Ergänzend sollen sogenannte Katalysator-Vorhaben strukturelle Innovationshemmnisse abbauen und damit die Rahmenbedingungen für Innovation am Standort verbessern.
Für insgesamt bis zu vier Hightech Spaces stellt das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) im Zeitraum von 2027 bis 2031 bis zu 330 Millionen Euro bereit. Die Bundesförderung soll dabei zusätzliche private Investitionen in mindestens gleicher Höhe mobilisieren. Voraussetzung ist ein langfristiges strategisches und finanzielles Engagement der beteiligten regionalen Akteure.
Förderaufruf A: Innovationsexzellenz in regionalen Public Private Partnerships weiterentwickeln, internationale Sichtbarkeit erreichen
Angesprochen sind leistungsfähige Innovationsökosysteme mit bereits etablierten Kooperations- und Innovationsstrukturen. Sie sollen eine kohärente Gesamtstrategie entwickeln, mit der sie sich zu einem international sichtbaren Hightech Space weiterentwickeln. Voraussetzung ist die verbindliche Beteiligung von Wirtschaft, Wissenschaft und öffentlicher Hand.
Gefördert werden profilbildende Leuchtturmvorhaben von überregionaler Bedeutung – beispielsweise strategische Infrastrukturen, Demonstratoren oder Reallabore, in denen neue Technologien und Geschäftsmodelle entwickelt, erprobt und in die Anwendung gebracht werden. Hinzu kommen Katalysator-Vorhaben, die strukturelle Innovationshemmnisse adressieren. Regionale Maßnahmen zur nachhaltigen Stärkung des Innovationsökosystems sind ebenfalls Bestandteil des Ansatzes, werden jedoch von den beteiligten Akteuren selbst finanziert.
Für interessierte Konsortien ist der Zeitplan bereits konkret: Bis zum 10. November 2026 können zunächst Interessenbekundungen in Form einer maximal fünfseitigen Skizze eingereicht werden. Im Dezember folgen strukturierte Beratungsgespräche. Die vollständigen Projektskizzen bzw. Strategiepapiere sind bis zum 19. Februar 2027 einzureichen. Im zweiten Quartal 2027 soll eine unabhängige Jury bis zu vier Hightech Spaces zur Förderung auswählen.
Zwei digitale Informationsveranstaltungen des BMFTR finden am 8. Oktober 2026 und 13. Oktober 2026 statt.
Relevanz für Brandenburg
Der Ansatz der Hightech Spaces eröffnet auch für Brandenburg interessante Perspektiven: Gefragt sind Regionen, die bereits über leistungsfähige Netzwerke, Forschungs- und Unternehmensstrukturen verfügen und diese zu einem international sichtbaren Innovationsökosystem weiterentwickeln können.
Gerade für die Schlüsseltechnologien ergeben sich dabei Anknüpfungspunkte. Photonik- und Quantentechnologien, Biotechnologien, digitale Technologien und weitere Schlüsseltechnologien können ihre Wirkung insbesondere dann entfalten, wenn Forschung, Unternehmen, Infrastruktur und öffentliche Akteure strategisch zusammenarbeiten.
Die Hightech Spaces setzen damit einen Akzent, der über klassische Einzelprojektförderung hinausgeht: Nicht nur innovative Technologien sollen gefördert werden, sondern die regionalen Strukturen, die aus technologischen Entwicklungen neue Wertschöpfung und internationale Wettbewerbsfähigkeit entstehen lassen.
Für Akteure aus Brandenburg lohnt sich daher ein genauer Blick auf die Förderbedingungen und die Möglichkeiten, bestehende Kompetenzen und Partnerschaften in eine gemeinsame, überregional ausstrahlende Innovationsstrategie einzubringen.